#RegioTipp: Vergessen hinter Mauern: Das Schicksal der Amelie von Türckheim in der Illenau
- 15 Feb 2026
- Regio Ortenau
© Foto: Stadtarchiv Achern - Illenau vor 1902
AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass® lädt am 24. Februar zu einer historischen Spurensuche in die Illenau Werkstätten Achern ein – Von Goethes „Lili“ bis zur ewigen Patientin.
Lesezeit: ca. 3 Minuten
Achern / Ortenau, Februar 2026, apg. Das Schicksal kann grausam sein, besonders wenn es sich hinter den imposanten Fassaden einer Heilanstalt verliert. Am Dienstag, dem 24. Februar 2026, öffnet das AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass® ein fast vergessenes Kapitel der regionalen Geschichte: Im Atelier der Illenau Werkstätten rückt das Leben von Elisabeth Octavie Amelie von Türckheim in das Licht der Öffentlichkeit – eine Frau, deren Herkunft glanzvoller kaum hätte sein können und deren Ende dennoch in der Stille der Illenau lag.
Eine Familiengeschichte zwischen Glanz und Melancholie
Amelie von Türckheim entstammte dem berühmten Straßburger Adelshaus von Türckheim. Ihre Großmutter war keine Geringere als „Lili“ von Schönemann, jene legendäre Bankierstochter, die als 16-Jährige Johann Wolfgang von Goethe den Kopf verdrehte und als seine Verlobte in die Weltliteratur einging. Doch während die Großmutter im Licht der Geschichte strahlte, versank die Enkelin in der Schattenwelt der einstigen Heilanstalt Illenau.
Als junge Frau wurde Amelie von ihrer Familie nach Achern gebracht. Was als vorübergehender Aufenthalt gedacht war, wurde zur lebenslangen Endstation. Sie verblieb „für immer“ hinter den Mauern, die damals als modernste Einrichtung ihrer Art galten, heute aber vor allem Geschichten von tragischen Einzelschicksalen flüstern.
Historische Erkenntnisse und bewegende Bilder
Dr. Françoise Laspeyres und Dr. Karin Jäckel haben sich auf die Suche nach den Spuren dieser ungewöhnlichen Frau begeben. In ihrem literarisch-musikalischen Vortrag präsentieren sie nicht nur historische Fakten, sondern auch Bildmaterial, das die Verbindung zwischen dem Straßburger Adel und der Acherner Heilanstalt greifbar macht. Es ist eine Reise in eine Zeit, in der psychische Leiden oft ein Familiengeheimnis blieben und die Illenau für viele zum Endpunkt ihrer Biografie wurde.
Literaturförderung mit System: Das Bonuskärtchen
Neben der historischen Tiefe bietet der Abend auch eine Neuerung für treue Literaturfreunde. Das AutorenNetzwerk setzt sein erfolgreiches Bonus-System fort: Besucher erhalten bei der Reservierung ein Bonuskärtchen. Wer sechs Veranstaltungen besucht und somit sechs Stempel sammelt, darf sich über ein Gratis-Buch aus dem Fundus der Netzwerk-Autoren freuen – eine schöne Geste, um die regionale Literaturlandschaft lebendig zu halten.
Veranstaltungsdetails auf einen Blick:
- Termin: Dienstag, 24. Februar 2026
- Beginn: 19:30 Uhr
- Ort: Atelier der Illenau Werkstätten Achern (Illenau Allee 54)
- Eintritt: 10 Euro
- Reservierung empfohlen: Per E-Mail an info@editionblauestunde.com oder telefonisch unter 07802-7010030 (Anrufbeantworter).
Über das AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass®: Das Netzwerk versteht sich als Brücke zwischen Schreibenden und Lesenden in der Region. Unter der Leitung von Dr. Karin Jäckel organisiert es regelmäßig Lesungen, Vorträge und kulturelle Abende, die regionale Geschichte und zeitgenössische Literatur miteinander verbinden.



